Thale Hovawart



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Im Aufbau.

Geschichtliches zum Verein

Das Logo des HOVAWART Vereins für Deutsche Schutzhunde und folgerichtig auch das Logo der Hovawart Zuchtgemeinschaft Deutschland e.V. tragen die Jahreszahl 1922. In der gesamten bisherigen Hovawartliteratur wird aus diesem Grunde das Gründungsjahr des Vereins in das Jahr 1922 verlegt. Auch das Gründungsmitglied des Vereins, Alwin Busch aus Thale a. Harz hat noch in einem Schreiben vom 4. April 1967 die Gründung des Vereins mit Januar 1922 angegeben.

Er schreibt:
"Im Januar 1922 wurde der Hovawart-Verein bei einer Schäferhundeversammlung mit sieben Schäferhundebesitzern gegründet! So waren an dem Abend in einem Zimmer die Schäferhundeleute und im anderen Zimmer die sieben neugebackenen zukünftigen von König beeinflußten Hovawart-Leute. Es wurde der Hovawart-Verein für Deutsche Schutzhunde, Sitz Thale am Harz, gegründet, und zwar von K. F. König, Alwin Busch, Curt Geiser, Artur Becker, Bäckermeister Barneske, Hotopp und Papa Veckenstedt. So hielten einige Monate beide Vereine im "Reichskanzler" ihre Versammlungen ab.
Später siedelte der Hovawart-Verein zum Gasthof "Zum Kleinen Ritter" als Vereinslokal über. Die Leitung des Vereins übernahm K. F. König, ich wurde zum Kassierer gewählt."

Als Randbemerkung sei hier aufgeführt, dass in diesem Lokal "Zum Kleinen Ritter" Dürers Bild vom Ritter, Tod und Teufel hing. Dieses Bild ist lediglich aus diesem Grunde, und nicht weil auf diesem ein Hovawart-Hund abgebildet ist, von den neuen stolzen Hovawartzüchtern in die Hovawart-Geschichte mit den vielen bekannten Deutungen eingegangen.

Helmut Rosche, der Archivar des RZV, ist in der Festschrift dieses Vereins im Jahr 1998 den Aufzeichnungen in dem Protokollbuch des SV OG Thale/Harz nachgegangen.
Nach dessen Feststellungen wird wie folgt zitiert:
Generalversammlung im “Reichskanzler": Thale, den 8. Januar 1924:
Bevor zur Tagesordnung übergegangen wurde, hielt Herr König einen langen Vortrag über Neugründung eines hiesigen Schutzhund-Vereins. Es entspannen sich mehrere Debatten und man stellte den Antrag die Angelegenheit mit auf die Tagesordnung zu setzen. Der Antrag wurde mit Mehrheit abgelehnt
Außerordentliche Mitgliederversammlung im Reichskanzler Thale, den 19.1.24
Zu 2. Haben sich abgemeldet: Herr König, Hotopp, Hellmund und Becker
Zu 4. Es soll vorläufig erst mal mit dem Vorsitzenden des L. V. Fühlung genommen werden, wie der sich zu der Neugründung des hiesigen Schutzhundvereins stellt.

Es kann also davon ausgegangen werden, da die Schäferhundvereinsmitglieder König, Hotopp und Becker bei der Versammlung dieses Vereins am 19.01.1924 fehlten und nach dem Bericht Alwin Buschs die Vereinsgründung in deren Anwesenheit und parallel zu einer Schäferhundvereinsver- sammlung im Januar stattgefunden hat, dass die Gründung des Hovawart-Vereins am 19. Januar 1924 beschlossen wurde.
Die Satzung wurde am 05.07.1924.errichtet und die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 23. 08.1924.
Dennoch ist die Beziehung auf die Jahreszahl 1922 richtig.

In dem hier vorliegenden Meldeschein des ersten in die hier gleichfalls im Original vorliegende Stammrolle eingetragenen Wurfes wird das Deckdatum mit dem 28.1.1922 und der Wurftag in Thale, Freiheit Nr. 5, mit dem 23.4.1922 angegeben. Eine Hündin dieses Wurfes mit der Zuchtbuchnummer 4 wurde als erste Hündin in das für die Rekonstruktion der Rasse ausschlaggebende sog. Hovawart-Zuchtbuch übernommen und findet sich als Ururgrossmutter Herma König des die gesamte Hovawartzucht bestimmenden Rüden Castor Meyer/Busch 230/32 wieder.

Wer also die Zeitrechnung Hovawart mit dem Jahr 1924 beginnen lässt, kommt 2 Jahre zu spät.

In dem Verein sind dem Zeitgeist entsprechend mit der Neuorganisation der Hundevereine durch die Nationalsozialistenauch die Einflußnahmen der Nazizeit spürbar gewesen. König persönlich wird eine starke Hinwendung zu den Ideen und Strömungen dieser Zeit nachgesagt. Für die Hovawarte und seine Idee vom natürlichen Schutzhund hat er bei den Grössen der Zeit viel geworben und sich wohl auch angedient.
Wer den Stab darüber brechen will, der breche ihn.
Positiv dabei bewirkt hat er damit im Jahr 1937 die Anerkennung des Hovawartes als eigenständige Rasse.
In diesem Zusammenhang wurde auch der ursprüngliche Vereinsname aufgegeben und eine Bezeichnung HOVAWART (R.S.L) Reichsverband der Schutzhund-Leistungszüchter e.V. geführt. Er gehörte, wie damals üblich, dem Reichsverband für Hundewesen (RH) an. Das Ende des Vereins wird auf Antrag des Landrates des Kreises Quedlinburg am 10. Juni 1947 besiegelt.

Überall in Deutschland bildeten sich nach dem 2. Weltkrieg kleine Gruppen, die versuchten, zunächst jeder für sich, die Hovawartzucht wieder aufzubauen.

Der Rassezuchtverein für Hovawarthunde bildete sich in Coburg und wuchs zum größten der Vereine heran. Er legte einen engen Erscheinungsstandard fest und betrieb die Anerkennung zur 7. Schutzhundrasse. Er war erfolgreich, weil er alleiniger Hovawartvertreter im VDH war.

Zuchtwart für “Groß-Hamburg” und verantwortlich für Propaganda und Presse war im Gau Hansa und somit der Nordmark der Fachschaft für Hovawarthunde I.R.H in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges der Kaufmann John Messmer gewesen. Er hatte zwei Hovawartrüden Curo und Zorn, wobei dieser Rüde mit Erfrierungen aus dem Rußlandfeldzug heimgekehrt war. Auch der Filmregisseur und Sensationsdarsteller Harry Piel hatte schon seit langem einen Hovawart und so sammelten die beiden die ihnen bekannten Hovawartfreunde Hamburgs und gründeten mit diesen bereits am 17.12.1946 den ersten HOVAWART-Verein nach dem Kriege. Er erhielt den ursprünglichen Namen des ehemaligen Thaler Vereins HOVAWART Verein für Deutsche Schutzhunde, wurde am 30.05.1947 ins Vereinsregister eingetragen und fühlte sich während der Teilung Deutschlands als Traditionsträger des ersten, 1924 in Thale (Harz) gegründeten Vereins gleichen Namens.

Da Curt F. König bis zu seinem Tode im Januar 1975 aktives Ehrenmitglied des Vereins war beeinflusste er dessen Mitglieder selbstredend mit seinen gegen diese Diensthundeigenschaft überzeugenden Ideen.

Thale am Harz, kein anderer Ort in Deutschland steht in der Tradition der Zucht des Hovawarts wie dieses kleine Harzstädtchen. Dort lebte König und dort fiel 1922 der erste in die Hovawart Stammrolle/Zuchtbuch eingetragene Hovawartwurf. Dort wurde der erste Hovawart Verein gegründet und dort fand in den entscheidenden Jahren der Rekonstruktion der Rasse die grundlegende Arbeit statt.

Aus diesem Grunde war es nach der Vollendung der deutschen Einheit selbstverständlich, dass der in der Zwischenzeit in Hamburg gegründete Verein gleichen Namens mit Beschluss seiner Mitglieder vom 18.11.1995 seinen Sitz wieder nach Thale verlegte. Der Hovawart Verein für deutsche Schutzhunde e.V. ist seit 1996 also wieder in Thale am Harz im Vereinsregister des Amtsgerichts Quedlinburg unter der Vereins Registernummer VR 479 eingetragen.

Aus der Satzung:
Die Traditionspflege und Wahrung der Gedanken und Vorstellungen der ersten Hovawartzüchter ist weiterhin Anliegen des Vereins. Dies soll mit der Rückverlegung des Sitzes nach Thale auch äußerlich zum Ausdruck kommen. Kurt F. König war bis zu seinem Tode im Januar 1975 aktives Ehrenmitglied des Vereins. Der Verein ist Eigentümer des ersten Zuchtbuches der Hovawartzucht aus dem Jahre 1923. Der Verein ist kein Zucht-, Ausbildungs- oder Sportverein für Hovawarte. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit der Herkunft, der Entwicklung oder der Wesensart des Hovawart-Hundes befassen, in Auftrag zu geben oder zu unterstützen. Als Vertreter des organisierten Deutschen Hundewesens erkennt der Verein ausschließlich den Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH) an. Quelle: http://thale.hovawarte.com/fileadmin/Dokumente/Satzung-Thale.pdf