Thale Hovawart



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Im Aufbau.

Erste Beschreibung des Hovawarthundes durch Curt F. König

in Auszügen zitiert nach der Jahresgabe 1974 der Hovawart-Zuchtgemeinschaft Deutschland
"Es war mir vom Anbeginn der Hovawartzucht an klar, dass ich keinen engen Standard herausgeben durfte. So gab ich nur eine Erkennungs-Beschreibung und überließ die wichtigsten Forderungen an eine Einrichtung, die es bei allen Tieren schon gab: die Körung. Eine Anzahl angeborener Begabungen und Anlagenforderungen vervollständigte das zutreffende Rasseideal. An wesentlichen Kriterien der Zuchtauslese (Selektion) darf hier festgehalten werden:

  • Die Figur des Hovawart erinnert an den nordischen Wolf, hier mit Hängeohren und in Erregung hochgetragener Rute. All zu breite Brust ist fehlerhaft. Sie kommt durch zu lockere Ellenbogen zustande. Hovawarte stehen (wie Wölfe) eher schmal. Der Hovawart ist nicht quadratisch und wirkt noch länger durch den langen Hals.
  • Die Behaarung kann schlicht langhaarig sein, oder auch, in der Zweckform beim Viehhüten, rauhzottig (angoristisch). Alle bei Hunden möglichen Fellfärbungen sind gestattet (Variationsbreite), da ein guter Hund keine "schlechte Farbe" haben kann! Weißlinge sind zu vermeiden, da allgemein anfällig. Dagegen müssen farblose (weiße) Pelze bei dunkler Haut gestattet sein. Das Haarkleid sei dicht, den Regen abweisend, Locken auf dem Rücken deshalb unerwünscht. Unterwolle nur im Winterkleid.
  • Wichtig sind starke Sprunggelenke und langer Hintermittelfuß. Nicht die langen Unterschenkel sind tüchtig, sondern langer und breiter Hintermittelfuß. Hovawarte können damit schnell aus dem Abliegen aufbrechen und in sofortigen Galopp übergehen. Schneller Start ist nützlich, nicht der Meßwert nach 100 m. Als Gangarten beobachten wir Trab, Paßgang und Kreuzgang, auf Ausdauer und Bewegungsablauf.
  • Wesentliches Merkmal der Wolfsstämmigkeit bleiben starke Gebisse. Fehlende Zähne und Aufbeißer sind weniger bedenklich als schmale, schwache Zähne. Ein deformierter Oberkopf bzw. ein starkes aber eingedrücktes Hinterhauptbein sind große Fehler und deuten auf Degeneration.
  • Das Wesen kann schon beim jungen Hund in der Anlage geprüft werden. Wenn der auf der Erde liegende, scheinbar schlafende Meister beschlichen wird, ist ein wachsamer Hund doppelt besorgt, wenn sich ein Fremder nähert. Geht der Fremde dann zum Scheinangriff über, so verteidigt ein guter Schutzhund je nach Alter und Erfahrung. Dazu bedarf es keines Kommandos, noch der Abrichtung.
  • Dagegen werden keine Versuche unternommen, einen Hovawart durch Ärgern, Schmerzbereitung u.ä.m. zur Bissigkeit zu erziehen. Beim Hovawart soll der Schutzwert aus dem Bestreben des Hundes kommen, den Herren zu verteidigen; nicht aus einer echten oder anerzogenen Bissigkeit.
  • Die Bringlust soll schon am Welpen begünstigt werden. Ältere Hovawarte sollen auch Metallgegenstände (Schlüssel) bringen, wenn sie als bringlustig angesehen werden sollen.
  • Spürfähigkeiten lassen sich auf der Herrenfährte feststellen. Ebenso die Begabung zur Aufnahme und Verfolgung älterer Fährten. Sprunglust kann bei Junghunden an niedrigen Hindernissen, bei älteren Tieren als Freispung geprüft werden. Das Gehen über waagerechte Leitern ist gut zur Beurteilung eines intakten Gangwerks.
  • Wildpassionierte Hunde erkennt man leicht am Verhalten vor einem Käfig mit Kaninchen, Katzen u.a.m. Interesse daran darf jeder haben, aber kein Hovawart darf so fasziniert sein, daß er sich weigert, einen Gegenstand, der seinem Meister gehört, vor dem Wildkasten aufzunehmen vor Gier.
  • Wasserpassion gehört zum Anlagenbestand der Hovawarthunde, hätte man sonst Apportierhunde aus ihnen erzüchten können?"